Der Austausch der auf USDT lautenden Märkte durch USDG verändert bei Coinmetro die Notierungswährung, in der zahlreiche Krypto-Assets bewertet und gehandelt werden. Die Umstellung ist Teil der Vorbereitungen des Unternehmens auf die Einhaltung der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, die unter der Abkürzung MiCA bekannt ist. Sie bedeutet nicht, dass Kunden ihre USDT-Bestände verlieren. Dennoch wirkt sie sich auf aktive Orders, Margin-Positionen, die Tiefe der Orderbücher und mögliche Kosten bei der erneuten Eröffnung von Positionen aus. Die konkreten Folgen hängen von der jeweiligen Orderart, der verfügbaren Liquidität im neuen USDG-Markt und der gewählten Methode für den Tausch zwischen beiden Stablecoins ab.
Coinmetro kündigte an, seine USDT-Handelspaare in drei Gruppen auf entsprechende USDG-Paare umzustellen. Die Migration war für den 25., 26. und 29. Juni vorgesehen. Die erste Gruppe umfasste zahlreiche Altcoins, die zweite eine kleinere Auswahl an Märkten und die letzte wichtige Assets wie Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano und Litecoin. Durch die schrittweise Umsetzung mussten nicht alle Märkte gleichzeitig umgestellt werden. Für jedes betroffene Handelspaar galt jedoch ein festgelegter Zeitpunkt, zu dem das jeweilige USDT-Orderbuch geschlossen wurde.
Als Grund nannte Coinmetro die regulatorische Anpassung. MiCA führte konkrete Vorschriften für vermögenswertreferenzierte Token, E-Geld-Token und Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union ein. Europäische Aufsichtsbehörden hatten nationale Stellen bereits dazu aufgefordert, Dienstleistungen mit nicht MiCA-konformen Stablecoins zu überprüfen. Börsen, die eine entsprechende Zulassung anstreben, hatten daher einen klaren Anlass, die angebotenen Notierungswährungen neu zu bewerten. Coinmetro bezeichnete den Wechsel zu USDG als Teil des Weges zur Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen und nicht als Hinweis darauf, dass USDT weltweit nicht mehr genutzt werden könne.
USDG soll den Wert des US-Dollars im Verhältnis eins zu eins abbilden. Für den Europäischen Wirtschaftsraum nennt das MiCA-Whitepaper von 2026 Paxos EU als Emittenten und die finnische Finanzaufsicht als zuständige Behörde. Darin wird außerdem erklärt, dass die Reservewerte auf getrennten und insolvenzgeschützten Konten verwahrt werden. Inhaber sollen nach den jeweils geltenden Bedingungen das Recht haben, einen Token gegen einen US-Dollar einzulösen. Paxos veröffentlicht monatliche Bestätigungsberichte, die seit Februar 2026 von KPMG erstellt werden. Diese Maßnahmen erhöhen die Transparenz, beseitigen jedoch nicht die Risiken, die mit dem Emittenten, dem Betrieb, dem Markt und möglichen regulatorischen Änderungen verbunden sind.
Die sichtbarste Änderung betrifft das Kürzel hinter dem Schrägstrich eines Handelspaars. Aus BTC/USDT wird BTC/USDG, aus ETH/USDT wird ETH/USDG. Dasselbe Prinzip gilt für die übrigen migrierten Assets. Der gekaufte oder verkaufte Kryptowert bleibt unverändert. Geändert wird lediglich die Einheit, in der der Preis angegeben und die Transaktion abgerechnet wird. Wer Bitcoin im Markt BTC/USDG verkauft, erhält USDG. Käufer benötigen dagegen USDG auf ihrem Konto oder müssen den Stablecoin vor der Orderausführung erwerben.
Da beide Stablecoins den US-Dollar möglichst genau abbilden sollen, können in USDT und USDG angegebene Preise bei stabilen Marktbedingungen fast identisch aussehen. Eine dauerhafte Gleichheit ist jedoch nicht garantiert. Jeder Token besitzt einen eigenen Emittenten, eigene Reserven, eigene Einlösungsbedingungen und eine eigene Marktnachfrage. Bereits eine kleine Abweichung zwischen USDG und USDT kann den Wert einer Limit-Order, einer größeren Umwandlung oder einer eng kalkulierten Handelsstrategie beeinflussen. Bestehende Preisalarme, Tabellen, Handelsjournale und automatisierte Anweisungen müssen daher möglicherweise auf das neue Marktkürzel und einen aktualisierten Referenzpreis angepasst werden.
Die Migration verändert außerdem den Stablecoin, den ein Kunde nach einem abgeschlossenen Handel hält. Wer ein Asset bisher gegen USDT verkauft hat, erhält im neuen Markt USDG. Das kann für Nutzer geeignet sein, die weiterhin bei Coinmetro handeln möchten. Kunden, die USDT für eine externe Wallet oder eine andere Börse benötigen, müssen den erhaltenen Betrag jedoch umtauschen oder entsprechend auszahlen lassen. Der Wechsel sollte daher als Änderung des Abrechnungswertes verstanden werden und nicht nur als neue Bezeichnung für denselben Markt.
Liquidität beschreibt, wie einfach ein Asset gekauft oder verkauft werden kann, ohne dabei eine starke Preisbewegung auszulösen. Bei einer Börse mit Orderbuch hängt sie von der Anzahl und Größe der Kauf- und Verkaufsorders in der Nähe des aktuellen Marktpreises ab. Wenn Coinmetro ein bestehendes USDT-Paar entfernt und einen entsprechenden USDG-Markt eröffnet, werden die alten Orders nicht automatisch in das neue Orderbuch übertragen. Market Maker, aktive Trader und andere Marktteilnehmer müssen neue Kauf- und Verkaufsangebote in USDG einstellen.
Dieser Neustart kann dazu führen, dass sich ein neuer Markt in der ersten Phase weniger vorhersehbar verhält. Sind in der Nähe des besten Preises nur wenige Orders vorhanden, kann der Abstand zwischen dem höchsten Kaufangebot und dem niedrigsten Verkaufsangebot größer ausfallen. Eine Market-Order kann dann mehrere Preisstufen durchlaufen und dadurch stärker vom angezeigten Ausgangspreis abweichen. Dieses Risiko ist bei größeren Orders und weniger häufig gehandelten Altcoins meist höher als bei kleinen Transaktionen mit bekannten Assets. Die tatsächliche Marktlage kann sich jedoch innerhalb kurzer Zeit verändern.
Die Bündelung des Handels in einer zugelassenen Notierungswährung kann die Liquidität langfristig unterstützen, weil die Handelsaktivität nicht mehr zwischen alten und neuen Paaren derselben Börse aufgeteilt wird. Dieser Vorteil entsteht allerdings nicht automatisch. Er hängt davon ab, ob Kunden ihre Bestände in USDG umwandeln, ob Market Maker wettbewerbsfähige Preise stellen und ob Coinmetro Zugang zu ausreichender externer Liquidität hat. Trader sollten deshalb jedes USDG-Paar anhand des aktuellen Orderbuchs, des Spreads und des jüngsten Handelsvolumens bewerten, anstatt davon auszugehen, dass die früheren Bedingungen des USDT-Markts unverändert übernommen wurden.
Ein angezeigter Preis ist nur dann aussagekräftig, wenn zu diesem Kurs auch eine ausreichende Menge verfügbar ist. BTC/USDG kann optisch nahe am allgemeinen Dollarpreis liegen, während eine größere Kauforder dennoch zu schrittweise höheren Kursen ausgeführt wird, falls auf der Verkaufsseite nur wenig Liquidität vorhanden ist. Beim Verkauf kann der gegenteilige Effekt eintreten. Vor einer größeren Transaktion empfiehlt es sich daher, mehrere Ebenen des Orderbuchs zu prüfen und den erwarteten Durchschnittspreis mit dem oben angezeigten Marktpreis zu vergleichen.
Limit-Orders geben Kunden mehr Kontrolle, weil sie den ungünstigsten Preis festlegen, zu dem eine Ausführung akzeptiert wird. Solange sie im Orderbuch verbleiben, können sie außerdem zusätzliche Liquidität bereitstellen. Eine Ausführung ist jedoch nicht garantiert. Market-Orders priorisieren die sofortige Ausführung und können sinnvoll sein, wenn Geschwindigkeit entscheidend ist. Ihr endgültiger Preis hängt allerdings von der verfügbaren Markttiefe ab. Während einer Marktumstellung kann die Aufteilung einer großen Transaktion in mehrere kleinere Orders den Preiseffekt reduzieren. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass sich der Markt verändert, bevor der gesamte Betrag gehandelt wurde.
Auch die Umwandlung zwischen Stablecoins kann mit Liquiditätsrisiken verbunden sein. Coinmetro erklärte, dauerhaft ein USDG/USDT-Brückenpaar ohne Handelsgebühr anzubieten, über das Kunden zwischen beiden Token wechseln können. Der Verzicht auf eine Gebühr bedeutet jedoch weder eine unbegrenzte Markttiefe noch einen garantierten Kurs von exakt eins zu eins. Wenn die Nachfrage nach einem der beiden Stablecoins zeitweise höher ist, kann der tatsächlich handelbare Kurs leicht von einem US-Dollar abweichen. Bei größeren Orders kann zusätzlich Slippage entstehen. Kunden sollten deshalb vor der Bestätigung den aktuellen Kurs und den voraussichtlich erhaltenen Betrag kontrollieren.

Coinmetro wies darauf hin, dass offene Orders in jedem betroffenen USDT-Paar zum jeweiligen Migrationszeitpunkt zwangsweise geschlossen werden. Dies galt auch für Margin-Positionen. Bei einer noch nicht ausgeführten Spot-Limit-Order bedeutet dies normalerweise, dass sie aus dem alten Orderbuch entfernt und der reservierte Betrag wieder freigegeben wird, was anschließend in der Kontohistorie sichtbar sein sollte. Die Order wird nicht automatisch in den entsprechenden USDG-Markt kopiert. Wer die Transaktion weiterhin ausführen möchte, muss den neuen Preis prüfen und eine neue Order im Ersatzmarkt einstellen.
Eine Margin-Position erfordert besondere Aufmerksamkeit, weil ihre Schließung einen Gewinn oder Verlust endgültig realisieren kann. Das Ergebnis kann außerdem bereits entstandene Finanzierungs-, Kredit- oder andere Kosten enthalten, die nach den geltenden Bedingungen mit der Position verbunden sind. Trader, die dasselbe Marktrisiko beibehalten möchten, müssen nach der Schließung möglicherweise eine neue, auf USDG lautende Position eröffnen. Der neue Einstiegspreis kann sich in der Zwischenzeit verändert haben. Das Schließen und erneute Eröffnen verursacht zudem ein zusätzliches Ausführungsrisiko, insbesondere bei starken Marktbewegungen oder geringer Tiefe im neuen Orderbuch.
Vorhandene USDT-Guthaben der Kunden wurden durch die Migration nicht automatisch entfernt oder umgewandelt. Coinmetro erklärte, dass Ein- und Auszahlungen in USDT weiterhin möglich bleiben und Nutzer selbst entscheiden können, wann sie ihre Bestände über das Paar USDG/USDT tauschen. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die verfügbaren Handelspaare wurden geändert, während die Verwahrung von USDT bestehen blieb. Vor einer Übertragung sollten Kunden dennoch das aktuell unterstützte Netzwerk, Mindestbeträge, Auszahlungsgebühren und den Betriebsstatus kontrollieren, da sich diese Bedingungen unabhängig von der Migration ändern können.
Der Ersatz der USDT-Paare führt nicht automatisch zu einer einheitlichen neuen Handelsgebühr. Coinmetro bezeichnete das Paar USDG/USDT als gebührenfreie Verbindung zwischen den Stablecoins. Transaktionen wie BTC/USDG oder ETH/USDG unterliegen jedoch weiterhin dem Gebührenmodell, das für das jeweilige Kundenkonto und dessen Rechtsraum gilt. Im britischen Gebührenmodell von Coinmetro für 2026 beträgt die Standardgebühr für neue Nutzer 0,05 Prozent für Maker-Orders und 0,10 Prozent für Taker-Orders. Bestimmte bestehende Konten können andere Konditionen behalten. Kunden außerhalb des Vereinigten Königreichs können einem stufenbasierten Gebührenmodell unterliegen und sollten vor der Orderaufgabe die im Konto angezeigte Gebühr prüfen.
Darüber hinaus können Kosten entstehen, die nicht ausdrücklich als Provision bezeichnet werden. Der Umrechnungskurs zwischen USDG und USDT kann einen Spread enthalten, eine Market-Order kann durch Slippage teurer ausfallen und das Schließen sowie erneute Eröffnen einer Position erfordert zwei getrennte Ausführungen. Bei Auszahlungen können Netzwerk- oder Servicegebühren anfallen. In manchen Ländern kann der Verkauf oder Tausch eines Kryptowerts oder Stablecoins zudem einen steuerlich relevanten Gewinn oder Verlust auslösen. Die steuerliche Behandlung richtet sich nach den örtlichen Vorschriften. Kontoauszüge und Transaktionsdaten sollten daher aufbewahrt werden, anstatt davon auszugehen, dass ein Tausch zwischen Stablecoins grundsätzlich nicht gemeldet werden muss.
Nach der Migration sollten Kunden ihre Orderhistorie, realisierten Ergebnisse aus Margin-Positionen, verfügbaren USDG-Bestände, verbliebenen USDT-Beträge und die aktuelle Tiefe der verwendeten Märkte kontrollieren. Gespeicherte Marktlinks, API-Symbole, Preisalarme und wiederkehrende Handelsanweisungen müssen überprüft werden, bevor sie erneut genutzt werden. Die meisten Kunden müssen nicht sofort sämtliche USDT-Bestände umwandeln. Für den Handel in den neuen Paaren wird jedoch USDG benötigt. Die Kontrolle des Marktkürzels, der Orderart, der Gebühr, des Umrechnungskurses und des erwarteten Ausführungswertes vor jeder Transaktion ist der einfachste Weg, vermeidbare Fehler nach der Umstellung zu verhindern.